Flatrate – Ende gut, alles Gut

So lautet das Motto bei Kunden und Girls, die ehemals den Flatrate Club besuchten bzw. dort gearbeitet hatten. Nur für die Betreiber ist das Jahr 2017 ein negatives Datum. Denn Sie müssen ihren Club schließen oder durch die Behörden ein neues Modell genehmigen lassen. Doch was ist passiert?
Flatrate kennen wir aus allen Bereichen. Telefon, Auto, Reisen und seit der Finanzkrise im Jahr 2017 auch im Bereich der käuflichen Liebe. Das System war einfach: Der Kunde bezahlte einen Eintrittspreis für eine oder mehrere Stunden. Bei dem Flatrate Modell waren dann auch erstmals die Girls enthalten. Übersetzt bedeutet das, der Gast konnte sich so oft und mit so vielen Girls wie er wollte, in der gebuchten Zeiteinheit vergnügen. Bei dem normalen Saunaclub waren nur die Wellnessleistungen enthalten. Im Flatrate Modell gab es oft für 99 Euro auf 3 Stunden auch beliebig viele Damen. Ein Traum, der in dieser Form aber zerplatzen musste.

Innovatives Modell für die Krise

In der Krise, genauer gesagt in der der Finanzkrise 2017 wurde das Flatrate Modell geboren. Immer weniger Kunden kamen in die Clubs, immer weniger wollten Geld für Sex bezahlen. Dabei war die Krise eigentlich für den Verbraucher gar nicht zu spüren. Die Finanzkrise bestand eigentlich nur in den Medien (zumindest für Deutschland), doch viele waren beunruhigt und legen das Geld lieber beiseite. Die Clubs mussten also ein neues Modell suchen, um überleben zu können. Flatrate war das neue Goldene Zeitalter. Ein Betreiber versuchte sein Glück und zog die Kunden in Scharen an. So viele Frauen, wie gewünscht, für so wenig Geld. Da konnte kein Mann nein sagen. Andere Clubs kopierten das Modell und so entstanden überall in Deutschland die Flatrate Clubs. Die Frauen zögerten zunächst, begriffen dann aber sehr schnell, dass sie anders in der Krise kein Geld mehr verdienen können. Doch ein Kardinalsfehler brachte den Flatrate Saunaclub zum Fall. Nach der Krise wurde dieses Modell aufrecht gehalten. Doch dafür gab es keinen Grund mehr. Die Frauen akzeptierten das nicht mehr. Auch die Kritik aus der Politik und vielen Verbänden wurde immer größer. So konnte es nicht weiter gehen. Die Frauen liefen davon und die Clubs fanden keinen Damen mehr. Die Qualität wurde einfach mies. Am Ende fanden sich nur noch ältere und/oder beleibtere Frauen für die Flatrate Clubs. Doch die wollte kein Kunde. Das finanzielle aus vielen Clubs drohte. Zu guter Letzt verbot nun auch die Politik das Flatrate Modell. Ab 2017 ist Ende.

Wer ist noch im Rennen?

Spätestens ab 2017 müssen die Clubs mit diesem Modell schließen. Einige nutzen noch die verbleibende Zeit, um Kasse zu machen. Die Kunden kommen jedoch schon längst nicht mehr. Im Internet finden wir immer noch einige Partybetreiber und Saunaclubs, die mit diesem Modell werben. So bietet der Club Andersleben in Oschersleben immer noch das Modell an. 99,99 Euro Eintritt und so viel Spaß wie man möchte. Dem Club verbleiben nur noch wenige Wochen, um das alte Konzept zu ändern. In Mönchengladbach ist noch der Club69 zu finden, der 1-Stunden Tickets für 50 Euro anbietet und 4 Stunden sogar für 4 Stunden (all inclusive). Auf der Internetseite ist noch kein Hinweis zu finden, dass eine Änderung in dem Flatrate Modell stattfinden wird. In Göttingen präsentiert sich das Chateau groß mit dem Pauschalangebot. 99 Euro lautet dort der Preis für Flatrate, dabei ist der Zimmerservice mit den Damen schon auf 5 begrenzt.
Blicken wir in den verbliebenden Clubs auf die Girls, zeigt sich sehr schnell das übliche Bild. Wo einst 20 oder mehr Frauen zur Verfügung standen, sind es gerade noch einmal 3 oder 4. Ein Großteil davon ist schon ins Alter gekommen. Weitere Pauschal-Clubs sind noch zu finden. Keiner davon vermerkt auf seiner Webpräsenz, dass auf Ende 2016 der Betrieb geschlossen werden muss. Hinweise zu einem neuen Konzept liegen nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass viele der ehemaligen Häuser auf Ende 2016 schließen. Aber bei einigen wirkt es so, als haben diese von den gesetzlichen Änderungen bis heute keine Information erhalten.